Etwa zur Mitte meiner Saison in Dänemark stellte sich mir nach dem Ende der Schulzeit die Frage: Was tun? – traveln, klar – aber wohin? Nach einigem Umschauen und Tipps von Kumpels stand für mich Fuerteventura als Winterziel fest, in den Wintermonaten nicht der beste Ort zum Windsurfen aber definitiv gut um die Kiteskills ein bisschen zu erhöhen und viel Zeit mit Wellenreiten zu verbringen!

Nach einigen Emails hatte ich mir dann einen Job im Flag Beach Windsurfcenter sicher – Sonne, coole Leute, surfen, Party … soweit die Theorie. Aber leider kommt es erstens anders, und zweitens, als man denkt.

Mein Flug sollte am 30. Oktober gehen – Abflug war um 4:00 was für mich bedeutete um 0:00 ins Auto zu steigen um dann ab Münster nach Fuerteventura zu fliegen.

Die ersten Probleme gab es bereits beim Start : nachdem der Pilot schon vollen Schub gegeben hatte, plötzlich Startabbruch – nach einem zweiten Startversuch gab es dann folgende Durchsage: „liebe Gäste es ist beim Start eine Warnlampe im Cockpit aufgeleuchtet die nun zwar wieder erloschen ist, aber ich denke es ist besser das noch einmal überprüfen zu lassen.“ – denkste wirklich? Warum lassen wir’s nicht drauf ankommen =.=“

Letztlich verbrachten alle Passagiere 90 Minuten extra in der Maschine bis ein Softwareproblem von einem Techniker behoben wurde … dann ging es endlich mit Verspätung los. Die Flugroute brachte uns an Paris vorbei – die Stadt bot bei Nacht einen Atemberaubenden Anblick, es war sogar möglich den Eifelturm zu sehen. Diesen Anblick hatte ich nicht verpasst, da ein Hyperaktives Kind auf dem Sitz vor mir jedes Schlafen zunächst unmöglich machte … schließlich konnte ich dann doch für eine kurze Zeit ein wenig einnicken bis die ersten Sonnenstrahlen mich wieder aufweckten und die ersten Vulkankrater im Atlantik eine baldige Ankunft verheißen ließen.

Als sich die Maschine auf ihrem Landeanflug auf Fuerteventura befand musste der Pilot noch einmal durchstarten, da sich auf unserer Landebahn noch ein startendes Flugzeug befand … beim Abdrehen bildeten sich an den Enden der Tragflächen weiße Streifen vom Strömungsabriss … nicht das einem das Sorgen bereiten würde! Nun … nach einer weiteren halben Stunde in der Warteschleife war es dann soweit und die Maschine setzte (äußerst unsanft) auf der Landebahn von Fuerteventura auf.

Am Flughafen abgeholt wurde ich von Ulf Zimmer, einem deutschstämmigen aus Namibia der in Kapstadt lebt. Auf dem Weg nach Coralejo wurde ich von ihm über das Team aufgeklärt und einige Besonderheiten was dieses angeht.

Meine Unterkunft befindet sich im Stadtzentrum vom Coralejo, ein Apartment mit Wohnzimmer, Küche, Bad, Waschraum und drei Schlafzimmern.

Als ich das erste mal die Wohnung betrat traf mich gelinde gesagt der Blitz … Die Küche eine einzige Müllhalde, das Wohnzimmer nicht als solches zu erkennen und der Flur ein Müllzwischenlager. Und ein Bewohner des Apartments namens Guiseppe war gelinde gesagt Drogenabhängig und nicht unbedingt Herr seiner Sinne. Nun, sagen wir mal so: all diese Sachen hätten einen dazu bewegen können sich zum Flughafen fahren zu lassen und das nächste Flugzeug nach Hause zu buchen, doch ich machte mir selber Mut dem Ganzen eine Chance zu geben.

Abschließend muss ich sagen das ich sehr froh bin mich durch die anfänglichen Schwierigkeiten durchgebissen zu haben. Mit meinem Team habe ich viele coole Dinge erlebt, gute Sessions gehabt und der Abschied viel am Ende jedem schwer.