Surftrip nach Hanstholm

Es ist Freitagnachmittag und ich sitze mal wieder in einem total überfüllten Pendlerzug der Deutschen Bahn. Vor mir liegt das lange Pfingstwochenende und der Wetterbericht verspricht gutes Wetter. Viele meiner Freunde sind bereits auf dem Weg nach Norderney zum Whitesandsfestival, nur irgendwie fehlt mir die Motivation für Party, Party, Party. 
Zu Hause angekommen pflanze ich mich völlig entnervt von langer Zugfahrt (Verspätung wie immer) und der Aussicht auf ein langes Wochenende ohne Wind vor den Computer. Resigniert klicke ich wahllos meine Favoriten der Kategorie „Surf“ durch … eine Vorhersagenseite bei Windfinder zieht meine Aufmerksamkeit auf sich: für Samstagabend und Sonntag sind in Hanstholm 25 Knoten aus West vorhergesagt, dazu nur leichte Bewölkung 10 Grad und ca. 2 Meter Welle. Mir kribbeln die Finger … den Link mit der Wetterkarte schicke ich im Chat an meinen Kumpel Simon. Eine halbe Stunde später ist ein Büssli organisiert und die Surfsachen werden gepackt, Abfahrt Samstag 5 Uhr.
Nach einigen Startschwierigkeiten nach nur 5 Stunden schlaf ging es dann doch erst um 6 Uhr los …. Entspannte 8 Stunden später steuern wir den Parkplatz in Klitmöller an. Was für ein Anblick! Azurblaues Wasser und Sonne. Noch schnell die Windvorhersage im Surfshop gecheckt und dann ab nach Hanstholm. In Hanstholm treffen wir noch einige teils Bekannte und teils unbekannte nette Leuties mit denen wir uns dann zum spontanen Beach BBQ zusammenfanden. Der Wind kam an diesem Abend leider erst sehr spät durch, als das Fleisch schon auf dem Grill vor sich hin brutzelte, sodass keiner mehr aufs Wasser ging, aber alle waren sich einig: der morgige Tag würde gut werden.


Der Nächste Morgen bekann zunächst wolkenverhangen. Der Wind begann erst langsam sich aufzubauen, also wurde beschlossen dem Bunkermuseum einen Besuch abzustatten. Ein bisschen Kultur schadet ja schließlich niemandem. Außerdem war der Gedanke an eine saubere Toilette und ein windgeschütztes Plätzchen zum Kaffee kochen sehr verlockend - den Benzinkocher wollte keiner wirklich auf trockenem Gras ausprobieren ;-). Nach kurzem Rundgang durch die Museumsanlage, einem Kaffee und naja ihr wisst ja ... lockten uns nun auch die ersten Sonnenstrahlen zurück an den Strand.

 

Am Spot angekommen gingen uns wirklich die Augen auf! Der Wind war leicht side-offshore mit genug Druck für Waveboard und 5,3er Segel mit Strahlendem Sonnenschein dazu. Das Thermometer stieg den Tag über auf gute 20 Grad, somit waren sogar Kopfhauben bis zum Abend überflüssig. Viele hatten über Nacht ihren Weg hier her gefunden, auf dem Wasser tummelten sich gute 100 Windsurfer mit vielleicht 30 Kitern, darunter auch die Gobisch- Brüder, Steffi Wahl, die Jamaer- Brüder, Tilo Eber, Lars Petersen, der Big Day’s Gewinner Kenneth Danielsen und noch viele viele mehr. Gegen späten Nachmittag wurde dann auch die Dünung draußen fast masthoch und die kopfhoch brechenden Wellen ließen mehrere Turns zu. Gesurft wurde bis in den späten Abend. Simon und ich konnten uns nicht entsinnen, wann wir das letzte mal so fertig waren. Da Wind und Wellen sich am nächsten morgen vorerst verabschiedet hatten und wie sowieso abends zurück sein mussten, beschlossen wir die Heimfahrt anzutreten. Wie sich im Nachhinein herausstellte war es an diesem Tag Abends sogar noch größer ... sch***!

 
Zum Schluss bleibt zu sagen, das sich die Fahrt absolut gelohnt hat und einen bleibenden Eindruck Hinterlassen hat. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal. Danke an Alex für die Videos und Bilder, danke an Henning und Steffi für die nette Quasselrunde und Infos zu den neuen Partik- Boards und natürlich an alle anderen die ich jetzt vielleicht vergessen habe. Bis zum nächsten mal am schönsten Ende Dänemarks.